Achtsamkeitskurse und Körperpsychotherapie Renate Pollmann, Paderborn
Sich besser verstehen durch Körperpsychotherapie
&
Stressbewältigung durch Achtsamkeit
Achtsamkeit in der Sterbebegleitung

Achtsamkeit in der Sterbebegleitung

Mit viel Engagement habe ich als Krankenschwerster Menschen in Ausnahmesituationen auf Intensivstation und Palliativstation begleitet.

Dabei habe ich mir immer wieder die Frage gestellt: Wie können Menschen in helfenden Berufen und in der Begleitung Sterbender die eigene Empathiefähigkeit und den mitfühlenden Kontakt zu den Menschen, die sie begleiten, erhalten, ohne sich abzuschotten „zu müssen“. Wie schaffen sie es aufgrund eigener Gefühle der Ohnmacht und Hilflosigkeit nicht selbst auszubrennen?

Jeder Mensch beschreitet seinen eigenen individuellen Sterbeprozess. Die sterbende Person darf den Tod verleugnen - sie darf ungehalten sein und unangenehme Gefühle äußern - sie darf sich zurückziehen und keinen Kontakt wollen und vieles mehr.

Wie kann ich den Situationen begegnen?

Es sind keine einfachen Situationen in der Sterbebegleitung, weder hauptamtlich noch ehrenamtlich. Kann ich mich von der Rolle des Helfers/der Helferin verabschieden und akzeptieren, dass ich nicht jedem helfen kann?

Mir war auf meinem Weg, Menschen in der größten Krise zu begleiten, Achtsamkeit und das Mitgefühl ein „Türöffner“. Mir ging es darum, einen Raum zur Verfügung zu stellen, in dem der begleitete Mensch sich gesehen und angenommen fühlt mit all seinen Gefühlen und Befindlichkeiten, Tiefen und Höhen.

Einzeltherapie im Bereich der Sterbebegleitung

Vaclav Havel formuliert das so:

Hoffnung ist nicht die Gewissheit, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.

Es kann in der Haltung von Achtsamkeit ein Feld von Geborgenheit und Gehaltensein entstehen.

In meiner Arbeit als Seminarleiterin für Trauer- und Sterbebegleitung möchte ich meine Erfahrung, die ich in vielen Trauer- und Sterbebegleitungen gemacht habe, an Interessierte weitergeben:

Das zentrale in der Sterbe- und Trauerbegleitung ist < einfach Dasein > was jedoch sehr herausfordernd sein kann, (es geht um ein DA-SEIN) lauschend, achtsam und nicht wissend, was wird, aber in dem Grundvertrauen, dass „Es“ einen tieferen Sinn hat. 

In den Seminaren werden Achtsamkeitsübungen vermittelt, die die Selbstwahrnehmung fördern und damit das Wahrnehmen der eigenen Grenzen. Die eigenen Grenzen zu erkennen ist eine bedeutende Säule in der achtsamen Sterbebegleitung.

In der offenen und zugewandten Haltung – ganz mit sich verbunden – können die Sterbegleiter und -Begleiterinnen unangenehme Empfindungen besser aushalten, ohne zu flüchten oder sie ändern zu müssen.